Nachhaltigkeit, Freitage und der Knappenberg

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Greta und Rezo legen uns den Finger in die Wunde, darum fordert die EJ-SuRo -zu Recht- mehr Nachhaltigkeit am Knappenberg. Aber wo kommen dann die Müllberge nach einer Freizeit der Evangelischen Jugend her? Ein Kommentar von Bernd Deyerl

Ich brause mit meinem Spritschlucker Lada den Weg zum Knappenberg. Es ist Sonntag Mittag, Abreise einer Konfirmandenfreizeit aus unserem Dekanat. Ich freue mich, da fast keine Autos am Parkplatz stehen, langsam scheint sich doch etwas zu bewegen. Das erste, was dem Hausleiter allerdings ins Auge sticht, ist die überquellende Mülltonne. "Nicht schon wieder! Typisch EJ!" schießt es mir durch den Kopf.

Mir fällt das schon länger auf, wenn eine Gruppe der Evangelischen Jugend im Haus ist, egal ob Bufdis, Konfis, oder Freizeiten, dann gibt es immer besonders viel schlecht getrennten Müll. Jetzt trennen wir am Knappenberg eh blos Glas, Dosen und Tetra Pack, aber selbst das ist schon zuviel. 

Ich gehe zum Mülleimer und ziehe etwa 5.-€ an Pfand Einwegflaschen aus dem Müll. Warum werden die überhaupt mit gebracht frage ich mich? Wir haben doch Getränke am Knappenberg. Am Preis kann es nicht liegen, sonst würde das Pfand nicht einfach weg geworfen werden. Aber zum Glück haben wir im Herbst, auf Drängen der EJ auf Glasflaschen umgestellt.

In meinem Frust schnauze ich die Gruppenleiterin an, die auch nur darauf hinweisen kann, dass da von ihr nix dabei ist. Sind halt Konfis...

Ich nenne dieses Verhalten "die Ökologie der Anderen". Wir sind groß dabei auf andere hinzuweisen, was die besser machen sollen. Als Hausleiter bekomme ich immer wieder zu hören, mehr vegetarisches Essen anzubieten, am Besten ökologisch Einzukaufen, Regionalität ist wichtig - und dann ziehe ich die Mehrweg Cola Flasche aus dem Restmüll, der zu Dioxinen verbrannt wird.

So jetzt habe ich meinem Frust Luft gemacht und mal deutlich auf diese Mißstände hingewiesen. Ich lasse den Lada an, freue mich dass meine breiten Stollenreifen, die etwa einen Liter mehr Sprit brauchen, so knackig in den Schotter am Knappenberg greifen und brause zurück nach Hause - die Ökologie der Anderen halt.

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